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Assisi 2002
Klarstellung: Der Sonntagsspaziergang auf den Monte Subasio

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Monte SubasioDiese Geschichte will aufklären, und zwar über all die Märchen, Fantastereien und Übertreibungen, die über unseren Sonntagsspaziergang auf den Monte Subasio geschrieben wurden. Nachdem Dirk und ich Tage zuvor den Weg ausgekundschaftet hatten, und die Strecke auch in einer Stunde bewältigten, waren wir uns darüber einig, dass der Weg eigentlich zu leicht ist. Aber wir gingen kein Risiko ein, schon deswegen nicht, weil ein gewisser Herr Kilian vor der Fahrt auf seine mangelnde Kondition hingewiesen hatte. Aus reiner Vorsicht nahmen wir also den leichten Weg. Ok, ein wenig anspruchsvoller als letztes Jahr war er schon, aber was solls. Am Sonntagmittag fuhren Dirk, Hoa, Damian, Beate, Kuddel, Inka und ich mit drei Bullis hoch, um sie dort abzustellen. Sonst wären wir auf dem Rückweg am Abend ja nicht mehr runter gekommen. Wieder an der Casa angekommen, mobilisierten wir die Teilnehmer zum Laufen. Bis auf ein paar besonders Fußlahme oder Faule (tut mir leid Leute, aber es ist so), die in den Hängematten festklebten, wollten auch alle mitkommen.
Zunächst versuchte Dirk, alle Mitläufer springend auf einem Photo zu verewigen. Nach drei bis vier vergeblichen Versuchen verzweifelte er aber an der Auslöseverzögerung seiner Kamera, und wir liefen los. Nach wenigen Metern erreichten wir die Route 61, die uns auf kürzestem Weg auf den Gipfel des Subasio bringen sollte. Nach wenigen Metern auf diesem Weg, Lars war schon zurückgefallen und ich musste motivieren, trafen wir auf eine Blindschleiche. Ich muss zugeben, größer als die Raupe war sie schon. Dann musste Lars, verspielt wie er ist, die Blindschleiche unbedingt anfassen. Erst regte sie sich nicht. Doch dann wand sie sich in seiner Hand und er ließ sie in Panik den Abhang runterfallen. Sie war so schnell weg, dass wir kein Beweisfoto schießen konnten. Stephan stand lachend daneben (von wegen todesmutiger Helfer) In Nachhinein kann ich es sogar ein bisschen verstehen, dass sie es für eine Anakonda gehalten haben, in ihrer Panik, dabei sind Blindschleichen noch nicht mal Schlangen. Aber bevor ich in Klugscheißerei verfalle, weiter im Text. Als wir dieses "lebensbedrohliche" Ereignis gemeistert hatten, gings weiter den Berg rauf. Es ging aber nicht so schnell, wie einige Schreiberlinge behaupten. Zwischendurch stellten wir immer Verpflegung zur Verfügung. Allerdings war es nicht besonders viel, das meiste hatte Anna bei ihrer Abfahrt für uns im Kühlschrank hinterlassen, wie z.B. die Mini-Salamis. Alles wurde uns sofort aus den Händen gerissen, als ob es kein Mittagessen gegeben hätte (oh, es gab ja wirklich keins ;-) ).Monte Subasio
Nach einiger Zeit kreuzten wir die Route 51. Danach änderte sich der Weg ein bisschen, aber so schlimm wurde es auch nicht. Der steinige Untergrund wurde abgelöst durch satt-grünes Gras. Zwei- oder dreimal wurde es ein bisschen eng, wegen des ganzen Gestrüpps, das muss ich sogar zugeben. Aber die paar Kratzer haben höchstens zu minimalem Blutverlust geführt. Jedenfalls konnte man sich damit nicht die immer offentsichtlicher werdende Schwächung der Teilnehmer auf den letzten Metern bis zum Gipfel erklären. Nach dem Hinterlassen der Baumgrenze machten wir uns auf, das flachste Stück Weg zu meistern. Da aber das Schwächeln der Teilnehmer immer deutlicher wurde, hat es natürlich nachher geheißen, es wäre das steilste Stück gewesen. Auf der Hochebene mussten wir feststellen, dass wir mitten in ein Pferdegebiet gelaufen waren. Und dann war da noch ein Hund, bei dessen Erscheinen gewisse Personen direkt in Panik verfielen. Dabei war der doch ganz harmlos! Nach dem Überwinden des Zauns war es nicht mehr weit bis zum Gipfel. Dort angekommen, mussten wir sofort die Schlüssel der beiden Bullis rausrücken, die schon oben standen, denn schon war die Hälfte der Leute am frieren. Dabei war es dieses Jahr viel wärmer als im Letzten. Einige ganz empfindliche Leute trauten sich gar nicht mehr aus den Wagen raus. Deren Begründung: "Wir haben das Radio nicht mehr ausgekriegt!" Meine Meinung: "Ja, ja!" Wenig später, dank perfekter Planung, erschien das kalte Büffet auf dem Berg. Sofort stürzten sich alle darauf, als ob sie Tage nix gegessen hätten. Danach hatten sie grade wieder genug Kraft, um sich, ohne jedoch aus ihren Schlafsäcken rauszukommen, gegenseitig umzurennen. Lange ging das aber nicht gut, denn soweit reichten die Kräfte dann doch nicht. Das Steigenlassen der selbstgebauten Drachen geriet zu einer halben Katastrophe, natürlich lag das aber nicht an den Drachen, sondern an der Unfähigkeit der Bediener (und vielleicht an zu wenig Wind) Nach dem zwar nicht ganz so kitschigen, aber nicht weniger schönen Sonnenuntergang hatte plötzlich keiner Lust mehr, noch zu bleiben. Also fuhren wir zurück zur Casa, wo sich bald alle total fertig in die Betten schmissen.

Matthias >>

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