Assisi 2002
Am Montag sollte es endlich, nach einer langen
Probenzeit, soweit sein, das groß angelegte Theaterstück, der Teilnehmer die schon einmal in Assisi waren, feierte seine Weltpremiere.
Am Nachmittag war die Generalprobe und alles wurde noch einmal durchgespielt. Die Darsteller zogen sich ihre professionell geschneiderten Kostüme
über, nahmen ihre Plätze ein und dann konnte es auch schon los gehen. Die erste Szene hatte noch nicht ganz begonnen, da gab es dank Rebecca
und mir schon die erste Unterbrechung. Wir hatten wohl etwas zu viel Spaß mit unsren Gewändern in der Sakristei gehabt, so dass unser Lachen
in die Kirche drang und Pastor wutentbrannt zu uns gerannt kam und rum meckerte, dass er auch alles hinschmeißen könne und wir alle wieder nach
Hause gehen würden. Allerdings fing er sich wieder und die Probe konnte ihren Lauf nehmen.
Alles klappte eigentlich recht gut und auch der Gesang, den wir ja schon vorher mit dem Pastor ordentlich geübt hatten, war diesmal nicht mehr
so zaghaft wie vorher. Besonders Rebecca und ich mit unseren italienischen Stimmen gaben unser Bestes!!! *g* Am Ende der Probe waren alle zufrieden
und wir konnten den Rest des Nachmittags in Ruhe im Haus verbringen. Erst am Abend ging es dann wieder zum Schauplatz des Geschehens der San Stefano
Kirche. Alles wurde vorbereitet und die Darsteller und anderen Teilnehmer nahmen in der kleinen Kirche Platz.
Dank der wunderbaren Propagandaplakate vor der Kirche, in allen erdenklichen Sprachen, fühlte sich diese schon
sehr bald und es mussten noch Stühle herbei geholt werden. Mit so einem großen Andrang hatte keiner gerechnet, obwohl uns natürlich allen
klar war, dass das Stück ein Erfolg würde. So konnten wir dann auch beginnen. Alle begaben sich an ihre Plätze und der Pastor legte
los. Alle Szene klappten wunderbar. Zwar gab es einige kleine Fehler, so waren Rebecca und ich einmal etwas unorientiert und rannten gegeneinander,
was dazu führte das wir mit nem dicken Grinsen rumstanden, aber ist wahrscheinlich eh keinem aufgefallen, weil alle von unseren schicken Gewändern
geblendet waren, die wir vorher in schwerer Arbeit erstellt hatten, wobei es auch einige Probleme gab, auf die ich hier nicht näher eingehen
möchte, bestimmte Leute wissen schon was ich meine *g*. Besonders von Rebeccas 1A glänzendem PVC-Satinkleid. Die Erzähler leisteten
großartige Arbeit und brachten selbst so komische Wörter wie Lieblosigkeitswortschwall & Gotteskindschafftsfreiheit über die
Lippen. Nachdem Rebecca sich dann noch fast selbst abgefackelt hätte, was bei ihrem Kleid eine Kleinigkeit gewesen wäre und der Franzikus
fast die Kirche abgerissen hat, gab es keine weiteren Zwischenfälle und alles lief wie am Schnürchen. Der Gesang war besser denn je. Alle gaben ihr
Bestes und sangen aus voller Kehle, vielleicht auch mal falsch aber dafür auch laut so das alle überzeugt waren, es wäre richtig.
Der Applaus am Ende des Stückes wollte einfach kein Ende nehmen und dann kam Pastor auch noch auf die wundervolle
Idee alle Mitwirkenden mit Namen vorzustellen. Das hat mich unglaublich gefreut. Langsam konnten sich die Zuschauer dann aber doch los reißen,
nachdem sie uns allen noch mal persönlich gedankt hatten.
So
konnten die Mitwirkenden und einige besonders begeisterten Zuschauer, die unsere Liederbücher mitgehen lassen wollten, weil sie diese auch so
schön fanden, sich endlich zur Premierenfeier in den Garten der Kirche zurück ziehen und den Erfolg mit einigem Rotwein gebührend feiern.
Besonders den Menschen, die seltener Alkohol tranken, tat dies gut. Irgendwann war der Rotwein fast alle und einige unsere Mitfahrer standen in einem großen
Kreis und sangen einige der Lieder aus dem Liederbuch in einer Lautstärke wie ich sie noch nie von ihnen gehört hatte!!! Ja ja, der Alkohol!
Dber Willi hat gesagt, das man lernen muss,
damit umzugehen. Das haben wir uns zu Herzen genommen und unsere Mitfahrer immer gut mit dem Rotwein, der nich wirklich geschmeckt hat, versorgt. Das
zeigte sich dann auch noch später auf dem Piazza, wo wir Deutschen mal wieder ein außerordentlich gutes Bild hinterlassen haben. Sehr
viele kleine Kinder rennen übermütig und lautgrölend durch die Gassen, spielen fangen und singen lauthals irgendwelche dummen Lieder
*g*. Mit einem Exemplar hatten wir besonderen Spaß, denn dieser hatte wohl doch etwas zu viel Wein zu sich genommen und versuchte nun, uns zu
beweisen, dass er noch grade auf einer Linie laufen kann. Hat nich ganz geklappt, aber sah lustig aus. Dann wurde noch weiterhin gesungen, Huckepack-Fangen
gespielt und Suboptimales gemacht. Bis wir uns wieder auf den Weg zu unseren Bullis machten. Oben am Haus angekommen setzten wir uns wieder in kleinen
Runden zusammen und hatten Spaß. Allerdings waren viele so fertig, dass sie sich sofort ins Bett legten und einschliefen. Tja die ersten Erfahrungen
mit Alkohol sind doch die schönsten *fg*. Auf jeden Fall kann man sagen, dass das Üben einiges gebracht hat und unser Theaterstück ein
einmaliger Erfolg war. Noch mal mach ich so was nich, schon alleine wegen den Kostümen!!! *fg*
Laura/Schnitzel
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