1208 Nachdem er jahrelang von den Bewohnern von Assisi ausgelacht wurde, schließen sich ihm jetzt die ersten Gefährten an. Oft sind es reiche und gebildete Leute, die alles verschenken, um frei vor Gott für und mit den Armen zu leben. 1209 Franziskus schreibt eine erste Ordensregel, die aus Stellen des Evangeliums aufgebaut ist. In der Regel ist festgelegt, dass sie (im Gegensatz zu den bestehenden Orden) keinerlei Besitz haben dürfen, dass sie von einfacher Tagelöhnerarbeit und zur Not auch vom Betteln leben sollen, und dass ihr Platz an der Seite der einfachen, gering geachteten Menschen sein soll. Er lässt sie sich von Papst Innozenz III. mündlich bestätigen, da seine Gemeinschaft ständig verdächtigt wird, ketzerisch zu sein und nichtkirchliche Lehren zu verkündigen, ein im Mittelalter lebensgefährlicher Vorwurf. Die ersten Brüder lassen sich bei dem Porziuncola-Kirchlein nieder, dieser Ort ist fortan Ausgangs- und Treffpunkt der jungen Gemeinschaft.
1212 Klara schließt sich im Alter von 18 Jahren der Bewegung an. Sie flieht nachts von zu Hause nach Porziuncola. Franziskus gründet für sie den Orden der "Armen Frauen" und vertraut ihr und ihren Gefährtinnen San Damiano an. Diesen Ort wird Klara bis zu ihrem Tod (1253) nie wieder verlassen. Erst nach ihrem Tod verlassen die Schwestern San Damiano und ziehen in die schützende Stadt. 1217 1219 Franziskus begibt sich nach Ägypten, wo zu diesem Zeitpunkt der 5. Kreuzzug der Christenheit gegen den Islam stattfindet (1217-1221). Die Apelle an die Kreuzfahrer, nicht zu kämpfen, werden mit Gelächter abgewiesen. Der Kreuzzug endet später mit einer vernichtenden Niederlage der Christen. Franziskus sucht unter Lebensgefahr den Sultan auf, spricht mit ihm und predigt ihm aus dem Evangelium. 1220 Durch Auseinandersetzungen und Fehlentwicklungen des Ordens während seiner Abwesenheit beunruhigt, kehrt er zurück nach Assisi. Viele Brüder wollen eine Lockerung der Ordensregel. Franziskus ist tief enttäuscht und tritt als Leiter des Ordens zurück. 1223 Eine neue Ordensregel wird verfasst und vom Papst bestätigt. 1224 Franziskus zieht sich zurück in die Abgeschiedenheit des Berges La Verna. Dort hat er eine Vision des gekreuzigten Jesus und erfährt die Stigmatisierung (Wundmale Christi). 1225 Von der Malaria und einer Augenkrankheit geplagt, verfasst er in tiefer Depression in San Damiano den Sonnengesang, in dem er seine enge Verbundenheit mit der ganzen belebten und unbelebten Schöpfung noch einmal betont. 1226 Franziskus stirbt bei der Porziuncola im Kreise seiner Mitbrüder. In seinem Testament betont er noch einmal zwei seiner wichtigsten Anliegen: Liebe zu Christus durch ein armes und demütiges Leben in Gemeinschaft mit den Armen, und Liebe zu Christus durch Verbundenheit mit der von ihm gegründeten Kirche. Er wird in der Kirche San Giorgio (heute eine Seitenkapelle der Basilika Santa Chiara) beigesetzt. 1228 Es erfolgt die Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. in Assisi. Tags darauf legt dieser den Grundstein für die Basilika San Francesco. 1230 Die sterblichen Überreste des hl. Franziskus werden in die Basilika überführt, wo sie bis heute beigesetzt sind. | |||||||||||||||||||||||
| © Team Assisi Freizeit 2003 | |||||||||||||||||||||||