Ein wohlhabender junger Mann gibt ein Leben auf, dass nahezu sorglos und frei von Mängeln gewesen wäre, um fortan in Besitzlosigkeit und einfachen Verhältnissen bei den Armen zu leben. Er gründet einen Orden und hat bald eine große Gefolgschaft, die seinen Lebenswandel mit ihm teilt. Wie kam es dazu? Lest es nach!
1198 Die Burg (La Rocca), das Symbol der kaiserlichen Herrschaft in Assisi, wird von den Bürgern zerstört. 1199/1200 Ein Bürgerkrieg zwischen dem Volk und dem Adel bricht aus, was zur Folge hat, dass letzterer aus der Stadt nach Perugia flieht. Unter den Vertriebenen ist auch die Familie der Klara (sie ist damals 6 Jahre alt). 1202 Es kommt zum Krieg zwischen Perugia und Assisi. Franziskus, auf der Suche nach Ruhm und Ehre, beteiligt sich an den Kampfhandlungen, wird gefangen genommen und kommt in Perugia in den Kerker.
1203 Durch eine Lösegeldzahlung kommt Franziskus wieder frei und kehrt nach Assisi zurück. Dort lebt er fortan ein verschwenderisches Leben mit vielen Festen. 1205 Erneut versucht er sich als Ritter und nimmt an einem Feldzug nach Süditalien teil, den ein Adeliger organisiert. Während des Feldzuges hat er einen Traum, in dem Gott ihm mit den Worten anspricht: "Welchem Herren willst du dienen, einem geringen oder dem größten?" Er bricht die Teilnahme an dem Feldzug ab und beschließt, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Bei einem Ausritt durch die Landschaft um Assisi begegnet er einem Aussätzigen. Nach anfänglichem Ekel überwindet er sich, steigt ab und gibt dem Aussätzigen Geld und einen Kuss. Dieses Schlüsselerlebnis sollte sein Leben nachhaltig verändern. 1206 Da er zunächst noch nicht weiß, wie er sein religiöses Leben gestalten soll, verbringt Franziskus viel Zeit in der Umgebung von Assisi und in Kirchen. In der zerfallenen Kirche von San Damiano hat er eine Vision. Christus spricht zu im vom Kreuz herab: "Baue meine Kirche wieder auf, die ganz zerfällt." Franziskus nimmt den Auftrag wörtlich, erbettelt sich Steine und Baumaterial und renoviert die Kirche. Mit der Zeit erkennt er, dass der Auftrag auch im übertragenen Sinn zu verstehen war, als eine Aufforderung zur Reform der ganzen Kirche, die unter Spaltungen und Machtmissbrauch leidet. Er bricht mit seinem Vater, da dieser es nicht akzeptiert, dass Franziskus sein ganzes Habe verkauft, um damit San Damiano wieder aufzubauen. Sein Vater sperrt ihn ein. Seine Mutter befreit ihn aber. Auf dem Marktplatz von Assisi vor dem Kathedrale San Rufino zieht Franziskus sich nackt aus, übergibt die Kleider seinem Vater und stellt sich unter den Schutz des Bischofs. Er sagt: "Ab heute will ich nicht mehr sagen ´Vater Pietro Bernadone´ sondern ´Vater im Himmel´". 1206-1208 Zusätzlich zu San Damiano baut Franziskus noch zwei weitere Kirchen auf, San Pietro und die Porziuncola. Wie es weiterging, erfahrt ihr im zweiten Teil >> | |||||||||||||||||||||||
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