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Franziskus von Assisi - Sein Leben

Ein wohlhabender junger Mann gibt ein Leben auf, dass nahezu sorglos und frei von Mängeln gewesen wäre, um fortan in Besitzlosigkeit und einfachen Verhältnissen bei den Armen zu leben. Er gründet einen Orden und hat bald eine große Gefolgschaft, die seinen Lebenswandel mit ihm teilt. Wie kam es dazu? Lest es nach!

1181/82 Franziskus, auch Francesco Bernadone, wird als Sohn des reichen Tuchhändlers Pietro di Bernardone in Assisi geboren. Der Name Francesco kommt aus dem französischen und bedeutet so viel wie "kleiner Franzose". Franziskus erhält ihn, weil sein Vater durch den Tuchhandel in Südfrankreich reich geworden ist.

1198 Die Burg (La Rocca), das Symbol der kaiserlichen Herrschaft in Assisi, wird von den Bürgern zerstört.

1199/1200 Ein Bürgerkrieg zwischen dem Volk und dem Adel bricht aus, was zur Folge hat, dass letzterer aus der Stadt nach Perugia flieht. Unter den Vertriebenen ist auch die Familie der Klara (sie ist damals 6 Jahre alt).

1202 Es kommt zum Krieg zwischen Perugia und Assisi. Franziskus, auf der Suche nach Ruhm und Ehre, beteiligt sich an den Kampfhandlungen, wird gefangen genommen und kommt in Perugia in den Kerker.

1203 Durch eine Lösegeldzahlung kommt Franziskus wieder frei und kehrt nach Assisi zurück. Dort lebt er fortan ein verschwenderisches Leben mit vielen Festen.

1205 Erneut versucht er sich als Ritter und nimmt an einem Feldzug nach Süditalien teil, den ein Adeliger organisiert. Während des Feldzuges hat er einen Traum, in dem Gott ihm mit den Worten anspricht: “Welchem Herren willst du dienen, einem geringen oder dem größten?” Er bricht die Teilnahme an dem Feldzug ab und beschließt, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Bei einem Ausritt durch die Landschaft um Assisi begegnet er einem Aussätzigen. Nach anfänglichem Ekel überwindet er sich, steigt ab und gibt dem Aussätzigen Geld und einen Kuss. Dieses Schlüsselerlebnis sollte sein Leben nachhaltig verändern.

1206 Da er zunächst noch nicht weiß, wie er sein religiöses Leben gestalten soll, verbringt Franziskus viel Zeit in der Umgebung von Assisi und in Kirchen. In der zerfallenen Kirche von San Damiano hat er eine Vision. Christus spricht zu im vom Kreuz herab: “Baue meine Kirche wieder auf, die ganz zerfällt.” Franziskus nimmt den Auftrag wörtlich, erbettelt sich Steine und Baumaterial und renoviert die Kirche. Mit der Zeit erkennt er, dass der Auftrag auch im übertragenen Sinn zu verstehen war, als eine Aufforderung zur Reform der ganzen Kirche, die unter Spaltungen und Machtmissbrauch leidet. Er bricht mit seinem Vater, da dieser es nicht akzeptiert, dass Franziskus sein ganzes Habe verkauft, um damit San Damiano wieder aufzubauen. Sein Vater sperrt ihn ein. Seine Mutter befreit ihn aber. Auf dem Marktplatz von Assisi vor dem Kathedrale San Rufino zieht Franziskus sich nackt aus, übergibt die Kleider seinem Vater und stellt sich unter den Schutz des Bischofs. Er sagt: "Ab heute will ich nicht mehr sagen ´Vater Pietro Bernadone´ sondern ´Vater im Himmel´".

1206-1208 Zusätzlich zu San Damiano baut Franziskus noch zwei weitere Kirchen auf, San Pietro und die Porziuncola.

1208 Nachdem er jahrelang von den Bewohnern von Assisi ausgelacht wurde, schließen sich ihm jetzt die ersten Gefährten an. Oft sind es reiche und gebildete Leute, die alles verschenken, um frei vor Gott für und mit den Armen zu leben.

1209 Franziskus schreibt eine erste Ordensregel, die aus Stellen des Evangeliums aufgebaut ist. In der Regel ist festgelegt, dass sie (im Gegensatz zu den bestehenden Orden) keinerlei Besitz haben dürfen, dass sie von einfacher Tagelöhnerarbeit und zur Not auch vom Betteln leben sollen, und dass ihr Platz an der Seite der einfachen, gering geachteten Menschen sein soll. Er lässt sie sich von Papst Innozenz III. mündlich bestätigen, da seine Gemeinschaft ständig verdächtigt wird, ketzerisch zu sein und nichtkirchliche Lehren zu verkündigen, ein im Mittelalter lebensgefährlicher Vorwurf. Die ersten Brüder lassen sich bei dem Porziuncola-Kirchlein nieder, dieser Ort ist fortan Ausgangs- und Treffpunkt der jungen Gemeinschaft.

1212 Klara schließt sich im Alter von 18 Jahren der Bewegung an. Sie flieht nachts von zu Hause nach Porziuncola. Franziskus gründet für sie den Orden der "Armen Frauen" und vertraut ihr und ihren Gefährtinnen San Damiano an. Diesen Ort wird Klara bis zu ihrem Tod (1253) nie wieder verlassen. Erst nach ihrem Tod verlassen die Schwestern San Damiano und ziehen in die schützende Stadt.

1217 Es findet eine große Versammlung bei der Porziuncola statt. Die ersten Brüder werden ausgesandt in die Länder jenseits der Alpen und nach Palästina. Die schnelle Ausbreitung der franziskanischen Bewegung beginnt.

1219 Franziskus begibt sich nach Ägypten, wo zu diesem Zeitpunkt der 5. Kreuzzug der Christenheit gegen den Islam stattfindet (1217-1221). Die Apelle an die Kreuzfahrer, nicht zu kämpfen, werden mit Gelächter abgewiesen. Der Kreuzzug endet später mit einer vernichtenden Niederlage der Christen. Franziskus sucht unter Lebensgefahr den Sultan auf, spricht mit ihm und predigt ihm aus dem Evangelium.

1220 Durch Auseinandersetzungen und Fehlentwicklungen des Ordens während seiner Abwesenheit beunruhigt, kehrt er zurück nach Assisi. Viele Brüder wollen eine Lockerung der Ordensregel. Franziskus ist tief enttäuscht und tritt als Leiter des Ordens zurück.

1223 Eine neue Ordensregel wird verfasst und vom Papst bestätigt.

1224 Franziskus zieht sich zurück in die Abgeschiedenheit des Berges La Verna. Dort hat er eine Vision des gekreuzigten Jesus und erfährt die Stigmatisierung (Wundmale Christi).

1225 Von der Malaria und einer Augenkrankheit geplagt, verfasst er in tiefer Depression in San Damiano den Sonnengesang, in dem er seine enge Verbundenheit mit der ganzen belebten und unbelebten Schöpfung noch einmal betont.

1226 Franziskus stirbt bei der Porziuncola im Kreise seiner Mitbrüder. In seinem Testament betont er noch einmal zwei seiner wichtigsten Anliegen: Liebe zu Christus durch ein armes und demütiges Leben in Gemeinschaft mit den Armen, und Liebe zu Christus durch Verbundenheit mit der von ihm gegründeten Kirche. Er wird in der Kirche San Giorgio (heute eine Seitenkapelle der Basilika Santa Chiara) beigesetzt.

1228 Es erfolgt die Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. in Assisi. Tags darauf legt dieser den Grundstein für die Basilika San Francesco.

1230 Die sterblichen Überreste des hl. Franziskus werden in die Basilika überführt, wo sie bis heute beigesetzt sind.

© Team Assisi Freizeit 2003

Quelle des Dokuments im Internet: http://www.assisi2003.de/assisi2003/heilige/print/print_franziskus.htm