Assisi 2001
Endlich in der Schweiz - ein Stückchen
weiter zu Hause, aber wir hätten fast ein Bulli an der Grenze verloren. Raphael in seinem Ducato wurde anscheinend vom Grenzposten
angehalten, da die Mautplakette nicht angebracht worden war. Ein Glück, dass er nicht reingeschaut hatte (in den Bulli), denn
die Insassen waren nicht wirklich alle vorschriftsmäßig gesichert. Es lagen ziemlich viele kreuz und quer im Fahrzeug verteilt.
Haben vielleicht auch viele von denen nicht mitgekriegt, dass sie angehalten worden waren. Aus unerklärlichen Gründen ließ
er Raphael doch ziehen und es ging weiter. Natürlich hielt die Bullikolonne noch mal vorm Gotthardttunnel, der längste
Tunnel in der Gegend, zum Fahrerwechsel. Der Dirk gehört unter anderem zu den tapferen, die jetzt ein Fahrzeug lenken wollten oder
auch mussten. Wer weiß das schon! Man dachte nur, "schnell durch den Tunnel, möglichst schnell durch die Schweiz und dann
über Basel nach Deutschland rein". Also fuhr man dann mit Dirk im ersten Fahr-zeug mit dem Pastor voraus, bis es sich
anbahnte, dass sich die Autobahn teilte. Die Fahrtrichtungen waren links nach Bern und rechts nach Basel. Da bei Basel ein eindeutiges
"D" für Deutschland zu sehen war, nahmen anscheinend andere und ich an, dass es Richtung Basel ging. Es ordneten sich
also alle auf der rechten Fahrspur ein, natürlich auch hinter LKWs haben sich dann einige versteckt. Der Dirk als erster vorne
war mit dem Pastor sowieso rechts. Doch als die Abzweigung kam, fuhr der Dirk, mutig wie er ist, einfach Richtung Bern. Diese Entscheidung
diesen Weg einzuschlagen, verwirrte ein paar andere Fahrer unter anderen meine Beifahrerin und mich. Ich diskutierte da noch so ne
viertel Stunde mit meiner Beifahrerin Claudia (Hier muss ich ein großes Lob an sie loswerden. "Vielen Dank, dass du mich
so gut unterhalten hast. So jemand wie dich hätte Dirk anscheinend auch gebraucht."), und wir beide kamen zu dem Entschluss, dass
wir jetzt falsch führen. Aber mit dem Gedanken, dass der Herr Pastor ja auch in dem Fahrzeug von Dirk saß und den Weg ja
kennt, verwarf man schnell die Idee, dass wir falsch sein könnten und man befreundete sich mit dem Gedanken an, dass man vielleicht
einen Ausflug nach Bern machte. Also fuhr unser einer einfach nur weiter hinterher, da anscheinend auch alle anderen weiter hinterherfuhren.
Der Dirk, unser Highlander, bestärkt, dass noch alle hinter ihm waren, fuhr also weiter mit dem Gedanken, dass wir immer noch
richtig wären. Das ging dann noch so eine ganze Zeit lang weiter bis der Herr Pastor aufwachte, der hatte nämlich die ganze
Zeit bei Dirk geschlafen, anstatt ihm den Weg zu zeigen. Beim wieder zu sich kommen, musste er mit Schrecken feststellen, dass wir alle
komplett falsch waren. Also fuhr man dann die nächste Abfahrt ab und besichtigte ein Außenbezirk von Bern, ups es war nur
ein Wendemanöver. An der kommenden Raststätte erfuhr unser einer dann, dass bei unserem "Highlander" alle geschlafen
hätten - wer waren die bloß? Er selbst kämpfte anscheinend auch gegen den Schlaf und hatte deswegen die Abfahrt nach Basel verpasst. Ein kleiner
Geheimtipp: Streichhölzer halten ganz gut die Augen offen. Man kann natürlich auch so viel Cola trinken, bis der Colageschmack
einem im Hals kleben bleibt. Der Herr Pastor hat nach der Fahrt noch einmal den "kleinen" Umweg auf der Karte angeschaut.
Er meint, es sei ein Umweg von bis zu 300 km gewesen. Ich hab's dann auch mal gemacht und musste zu Gunsten unseres "Highlander"
feststellen, dass es doch nicht so viel war. Also brauchst du dir doch nicht so große Vorwürfe machen. Es waren nach meinen
Erkundigungen "nur" ca. 52 km bis Bern und die gleiche Strecke noch mal zurück. Also waren es anscheinend so knapp über 100 km.
Etwas gutes hatte die "kleine Irrfahrt" doch. Der Sonnenaufgang
war in der Schweiz einfach wunderschön, genauso wie viele Regenbogen. Es war ein richtiges Farbenspiel. Die Sonne, wie sie hinter den
Bergen aufgeht, der Himmel kaminrot, heftige Regenschauer in der Ferne und somit auch Regenbögen, obwohl wir in dem Moment nicht durch den Regen fuhren.
Die kleine Geschichte könnte für viele Teilnehmer natürlich
unwahrscheinlich klingen - es haben ja auch fast alle geschlafen und die kleine Besichtigungstour nach Bern verpennt.
Hoa >>
Richtigstellung zur Irrfahrt durch die Schweiz
Ich muss hier einmal Inkas vorbildlichen Einsatz als Copilotin lobend
erwähnen: Entgegen der Spekulationen anderer Fahrer verfügte ich über einen Beifahrer (namentlich Inka) der ähnlich
funktionierte wie ein Voice-Rekorder, nur eben andersrum. Inka hat es tatsächlich geschafft, gut 900 km lang eine Anekdote nach
der anderen aus ihrem (noch gar nicht so langem) Leben in durchaus erheiternder Weise zu berichten. Und das war gut so, denn mit schlafenden
Bullipiloten verhält es sich ähnlich wie mit sprechenden Nebenrollen beim Raumschiff Enterprise. Zu der Wahl der Strecke
kann ich nicht viel sagen. Die Order an mich und meine Copiloten war eindeutig: Fahr wo Pastor sagt. Da wir auf Grund technischer
Probleme in unserem Bulli Bj. 1976 Pastors Vitalfunktionen zeitweise nicht auf den Instrumententafel-Monitoren sehen konnten, bemerkten
wir an der kritischen Kreuzung (ca. 72 Sekunden nach der Frühstücksrast!) seinen Tiefschlaf leider nicht. Da alle anderen Bullis wie auf einer
Schnur aufgefädelt in unserem Windschatten blieben, wähnten wir uns in Ermangelung an Kartenmaterial auf korrektem Kurs. Wie
sich später herausstellen sollte ein Fehler...
Dirk >>
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