Bis zu ihrem vierten Lebensjahr lebt ihre Familie in einem großen Haus direkt neben der Kathedrale San Rufino. Ihre Familie verfügte außerdem noch über großen Grundbesitz und eine Familienburg, die 10 km von Assisi entfernt lag. 1198 Als es zum Aufstand der Bürger der unteren Schicht, den sogenannten minores, zu denen auch Franziskus Familie gehört, kommt, muss die Oberschicht, die maiores, aus der Stadt fliehen. Klaras Familie flüchtet sich erst in ihre Familienburg und dann nach Perugia, um von dort aus für die nächsten sieben Jahre gegen die Bürger von Assisi zu kämpfen. Erst nach diesen sieben Jahren kann die Familie nach Assisi zurückkehren. 1210 Klara hört die Predigten eines Aussteigers aus der Unterschicht, Franziskus. Dieser, einst der Anführer der Jugend von Assisi, hat sein Leben radikal geändert, lebt jetzt in den Wäldern unterhalb der Stadt, renoviert Kapellen, kümmert sich um Aussätzige und bettelt sich sein täglich Brot zusammen. Vielleicht war Klara sogar Augenzeugin jenes denkwürdigen Ereignisses, als sich Franziskus vor den Augen seines Vaters seiner Kleider entledigte und sich in den Schutz des Bischofs stellte. Dies geschah bekanntlich auf dem Platz vor San Rufino, also praktisch vor ihrer Haustür.
1212 Klara ist von den Lehren und dem Lebensstil des Franziskus so angetan, dass sie am Palmsonntag aus ihrem Elternhaus nach Porziuncola, zu Franziskus und seinen Brüdern flieht. Dort schneidet er ihr die Haare ab, gibt ihr einen Schleier und zeiht ihr ein Bußkleid an. Um Gerede zu vermeiden und ihre Sicherheit zu gewährleisten, bringt er sie in einem Benediktinerinnenkloster unter. Als Klaras Verwandte diese von dort zurückholen wollen, zeigt sie ihr kahlgeschorenes Haupt und verdeutlicht, dass sie von nun an zu Christus gehört. Ein Schlag ins Gesicht für ihre Familie, die bereits ihre Hochzeit geplant hatte. 1212 oder 1213 Franziskus überlässt ihr San Damiano, wo er für sie ihren eigenen Orden gründet. Auch überlässt er ihr eine erste Ordensregel. Unter ihren ersten Ordensschwestern ist auch ihre eigene Schwester Agnes, die schon 16 Tage nach Klaras Flucht aus dem Elternhaus gefolgt ist. Später werden auch ihre jüngste Schwester Beatrice und nach dem Tod ihres Mannes auch ihre Mutter Teil der Frauengemeinschaft in San Damiano. Ihnen folgen andere Hausgenossinnen, Nichten und Adelstöchter. 1215 Durch das IV. Laterankonzil sieht sich Klara verpflichtet, eine bestehende Regel anzunehmen und sich selbst zur Oberin der Gemeinschaft zu ernennen, was ihr bestimmt missfallen hat, sah sie sich doch als Dienerin aller Schwestern. 1218/19 Klara erhält von Kardinal Hugolin die Benediktinerinnenregel. 1226 Am 3. Oktober stirbt Franziskus bei der Porziuncola. Auf dem Weg zu seinem Begräbnis wird er an San Damiano vorbeigetragen, damit sich die Frauen, insbesondere Klara, von ihm verabschieden können. 1227 Der Papst bestätigt ihrer Gemeinschaft das Recht auf Begegnung mit den franziskanischen Brüdern und außerdem die Erlaubnis, von diesen geistlich und materiell unterstützt zu werden. 1240 Das umbrische Land wird von Unruhen erfasst. Die Gegend wird von den Sarazenen überfallen. Im September stehen sie vor den Toren Assisis und versuchen auch, in San Damiano einzudringen. Klara versammelt ihre Schwestern zum Gebet. Im letzten Moment ziehen sich die Truppen zurück. 1241 Wiederholte Bedrohung der Stadt durch die Sarazenen. 1247 Papst Innozenz IV. macht einen neuen Versuch, das Leben in San Damiano durch eine Regel zu ordnen. Klara nimmt diese an, beginnt aber ihrerseits mit dem Aufsetzen einer eigenen Regel. 1253 Am 9.8. bestätigt ihr Papst Innozenz IV. die Ordensregel. Damit erreicht sie ein Lebensziel. Sie ist die erste und einzige Frau bis zur Neuzeit, deren eigene Ordensregel anerkannt wurde. Alle anderen Frauengemeinschaften mussten sich anderen, von Männern aufgesetzten Regeln, beugen. 1253 Klara stirbt am 11.8. nach langer Krankheit. 1255 Am 15. August wird Klara von Papst Alexander IV. heilig gesprochen. 1260 Der Orden siedelt von San Damiano in das neu erbaute Kloster bei Santa Chiara innerhalb der Stadtmauern um. | |||||||||||||||||||||||
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