| Geschichte der Stadt Assisi |
Assisi wurde von den Umbrern gegründet. Im Laufe der Jahre wurde die Stadt römisches Municipium (altröm. Landstadt). Bis in das 13. Jahrhundert
hinein änderte sich an der Ausdehnung der Stadt nicht viel. Die
Evangelisierung durch Bischof Rufinus erfolgte im Jahre 238, welcher dann später als Märtyrer starb. Nach ihm
ist die Kathedrale San Rufino benannt. Im Jahre 545 wurde die Stadt von den Goten unter ihrem Führer Totila erobert.
In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten unterstand die Stadt erst dem longabardischen und später dem fränkischen Herzogtum Spoleto.
Im 11 Jh. wandelte sich Assisi dann zu einer kaisertreuen Stadtgemeinde, wobei sie immer mit dem papsttreuen Perugia im Streit lagen. Als der kaiserliche
Statthalter in Assisi im Jahre 1189 einmal nicht in der Stadt war, nutzten die Bewohner die Gelegenheit und nahmen die kaiserliche
Burg ein. Dadurch
wurde die Obrigkeit in Perugia auf den Plan gerufen, und sie mischten sich in die Freiheitsbemühungen Assisis ein, was zur Folge hatte,
dass die Bewohner von Assisi gegen Perugia in die Schlacht zogen. Mit von der Partie war ein Mann namens Giovanni di Bernardone, besser bekannt
als Franziskus. Sein Engagement verlief allerdings ziemlich glücklos, so dass er gefangen genommen und für ein Jahr in einem Gefängnis
in Perugia festgehalten wurde, bevor man ihn mittels einer Lösegeldzahlung
freibekam. Allerdings
hatte er nicht seine Schlüsse daraus gezogen und versuchte es nach seiner Gefangenschaft noch einmal, zu Ruhm und Ehre zu gelangen, diesmal
durch eine Teilnahme an einem Kreuzzug. Doch daraus wurde nichts, denn eine Erkrankung zwang ihn, schon in Spoleto, keine 60 km von Assisi entfernt, Halt zu machen.
Alsbald änderte er seine Einstellung zum Leben. Sein Schlüsselerlebnis hatte er in San Damiano (1205), als das Kreuz zu ihm sprach und
ihn aufforderte, "Baue meine Kirche wieder auf", was er zunächst wörtlich nahm und die zu dieser Zeit sehr zerfallene Kirche San Damiano
wieder aufbaute. Doch später verstand er dann doch, was Gott von ihm wollte. In der Folgezeit gründete er seinen Orden (1208), nachdem
er von den Benediktinern die Kapelle S. Maria degli Angeli, besser bekannt als Porziuncola, bekommen hatte.
Nach
dem Zusammentreffen mit Klara gründete er für sie einen eigenen Orden (1212), die Klarissen. Ein weiterer Orden folgte 1221, die Laienbrüder.
Die Stigmatisierung (Erhalt der Wundmale Christi) ist datiert auf das Jahr 1224, zwei Jahre später verstarb Franziskus. Die Heiligsprechung
fand schon zwei Jahre später statt und zur gleichen Zeit wurde der Grundstein für die Basilika San Francesco sowie das Kloster
gelegt. Auch Klara wurde zwei Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen und auch für sie sollte bald eine ihr gewidmete Kirche gebaut werden, Santa Chiara.
Auch
wenn es heutzutage vor allem diese beiden religiösen Persönlichkeiten sind, die Assisi so bedeutend machen, so hatte diese Tatsache für
den weiteren geschichtlichen Werdegang der Stadt keine Bedeutung. Im Jahre 1316 wurde der Mauerring erweitert, so dass er jetzt den Klosterkomplex,
das Benediktinerkloster und das Viertel Borgo Aretino mit einschloss. 1348 gab es eine Pestepedemie, danach folgte der Niedergang Assisis. Zur
Sicherung der Herrschaft des Kirchenstaates über Assisi wurde von Kardinal Alboronz 1367 auf den Ruinen der kaiserlichen Burg die Rocca
Maggiore errichtet. Die folgenden zwei Jahrhunderte wurden von den Familienstreitigkeiten der vorherrschenden Familien Assisis beherrscht,
bis dann unter Papst Pius Assisi schließlich unter die Verwaltung des Vatikans kam.
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